Wir dürfen behaupten, dass wir haben was wir haben. Und dass es uns nicht so einfach davon läuft und wir es nicht so leicht mehr los werden.
Ich weiß nicht wie lange es her ist, das wir im hohen Gras Labyrinthe bauten, auf Bäumen herum kletterten und Regentänze veranstalteten. Ich weiß auch kaum noch wie es war, als wir uns um die schönsten Ausmal-Mandalas gestritten haben, und wie es war an Orten herum zu schleichen, die für uns eigentlich verboten waren.
Wir haben so viel durchgemacht. Haben im Hort Pflaster geklaut und Blutsbruderschaft geschlossen. Wir haben geweint, als unsere Weinbergschnecken gestorben sind. Wir haben uns gegenseitig immer wieder mit feinen Salaten aus Sauerampfer übertroffen und dann für uns entschieden, dass wir ihn einfach gleich so essen, wie er ist. Wir hatten eine Vorliebe für Weidenkätzchen, weil die so schön flauschig waren.
Ich erinnere mich an die Zeit, in der wir oft auf dem Boden hockten, Cappuccino mit Unmassen Zucker tranken und Frage-Antwort-Spiele spielten und uns über unsere Antworten kaputt lachten. Oder daran, wie wir oft zusammen auf dem Tisch saßen und gemeinsam Gitarre gespielt und gesungen haben. Es gibt so viele Lieder, die wir immer noch so gern singen. Eigentlich denkt man, ist das alles noch gar nicht lange her, doch wenn man zurück rechnet sind es doch schon Jahre die vergangen sind.
Ich muss immer noch schmunzeln, wie du mich überredet hast die Geschichte zu lesen, von der ich nichts wissen wollte und daran, wie fieberhaft wir immer auf die Fortsetzung gewartet haben.
Wir wollten uns im Wald unser Wohnzimmer einrichten. Wir sind im Sommer mit dem Leiterwagen durch die Straßen geschlendert und haben dieses Sofa mitgenommen. Wir haben so viel Ärger bekommen und trotzdem nicht aufgegeben unseren Kopf durchzusetzen.
Im Winter haben wir Leuten auf der Straße zu gerufen und uns dann hinter dem Fensterbrett versteckt. Wir haben Katzen gewaschen, Hasen wieder eingefangen und uns ist dein Hund ausgebüchst. Wir haben uns vor Fröschen und Spinnen erschrocken. Hatten ständig einen Knoten in der Zunge, der die skurrilsten Wortverdrehungen lieferte.
Ich kenne kein Jahr, an dem ich nicht mit dir beim Frühlingsfeuer war.
Ich weiß. Ich weiß, dass niemanden das hier interessiert, was uns beide verbindet und es spielt für niemanden außer uns eine wirkliche Rolle, denn keiner wird es verstehen, wie viel wert mir diese Erinnerungen sind. Diese, genau diese Erinnerungen.
Doch jeder der das hier liest, wird sicher jemanden kennen, mit dem er auch schon ein halbes Leben zusammen ist und jeder wird sich an seine Abenteuer erinnern und schmunzeln.
Weil es einfach nur darum geht, dass jeder etwas hat, der hinter einem steht. Ob es Familie ist, ob es Freunde sind.
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