Sonntag, 3. März 2013

Nachtmensch .

Selbstporträt



Passt nicht wirklich zum Text, aber es ist geil. (:

Wir tanzen durch die kleine Wohnung. Halten Haarspray, Mascara und Glätteisen - alles zugleich - in den Händen. Wir suchen nach einem Platz vor dem Spiegel, ziehen uns etwas an, ziehen es wieder aus und probieren etwas neues, bis wir das Richtige gefunden haben. Wir lachen und bewegen uns im Takt zur wummernden Musik. Singen mit. Die Wände um uns herum vibrieren. Das Licht ist gedämpft, die Gedanken sind voller Erwartungen und Vorfreude. Eine von uns schreibt schnell noch Bahnpläne ab. Ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass die Zeit allmählich knapp wird. Der Lidstrich wird gezogen, die letzte Locke gedreht und die Ohrringe werden noch schnell gewechselt. Schuhe an, Jacke drüber geworfen, Licht aus, Musik aus, Tür auf und losrennen zur Bahn. In der Bahn treffen wir Leute - über die man einfach lachen muss. Wir fahren durch die Dunkelheit, bis wir mit all den anderen Leuten aussteigen müssen. Wir stehen in der Masse vor einer kleinen Tür, durch die alle hindurch wollen. Treffen in den Mengen auf bekannte Gesichter. Begrüßungen, Umarmungen und Küsschen auf die Wangen. Von Innen können wir schon das gedämpfte Wummern hören. Überall Rauch und Leute mit Getränken. Lachen, Spannung, wieder Begrüßungen. Wir betreten die Piste...
Nach Stunden schließen wir nur noch unsere Augen und bewegen uns, ohne darüber nachzudenken einfach im Rhythmus der Musik. Es wird leerer, die Musik wird entspannter und wir tun es ihr gleich. Unsere Köpfe schwanken hin und her. Wir werden verführt von den Klängen. Bald wird es hell und wir verlassen die Musik. Zu Hause angekommen steigen wir nur durch die Haustür, ziehen unsere Schuhe aus und fallen in die Betten. Wir merken, wie hungrig wir sind und eine von uns macht Marmeladen- und Nutellabrote. Trotz aller Müdigkeit fangen wir an zu lachen und zu reden, uns über den Abend auszutauschen. Wir reden und lachen und reden. Irgendwann sagt jede von uns allmählich immer weniger, bis irgendwann keiner mehr was sagt und wir schlafen letztendlich ein und fallen in süße Träume.
Als wir aufwachen gibt es Cornflakes in Bechern und Nudeln mit Käsesoße. Und am Ende begeben wir uns wieder auf die Heimfahrt und genießen jede für sich allein die Ruhe des Sonntags.

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