Eigentlich, wenn man sich mal die Zeit nimmt, wenn sie gerade nicht von Emotionen vollgestopft ist, sprich einfach versucht logisch und neutral auf eine Sache zu sehen stellt man fest, dass man im Prinzip ziemlich böse und gemein sein kann, wenn es um etwas geht, was einem nicht egal ist.
Oder ist es denn nicht so, dass wenn wir etwas für uns wollen oder jemanden für uns wollen, wir diesen Jemand oder diese Etwas fast völlig außenvor lassen? Wir kämpfen oft um andere Menschen. Um deren Gesundheit, um deren Liebe und Zuneigung, um deren Freundschaft, um deren Leben. Wir wissen was wir wollen und wir versuchen all das zu erreichen. Aber wenn man mal genauer hinsieht, achten wir doch kaum darauf, was der andere Mensch eigentlich will, um oder für den wir kämpfen. Wir achten nur darauf, was wir wollen und machen es zur Selbstverständlichkeit zu denken, dass der Andere genau das, was wir erreichen wollen auch will.
Eigentlich tun wir dem Anderen damit weh. Denn er sieht uns kämpfen und wie wir all unsere Kraft nur für ihn aufbringen. Das macht ihm vielleicht ein schlechtes Gewissen. Vielleicht möchte er das auch gar nicht. Wir machen immerzu den Fehler auf unser Herz zu hören und das zu verfolgen was wir am allermeisten wollen oder brauchen. Wir sollten uns vielleicht mal die Mühe machen und versuchen in den Anderen hineinzuschauen. Vielleicht will ein Todkranker Mensch, um dessen Gesundheit und Wohl wir uns bemühen und alles tun würden, gar nicht so lange weiterleben, vielleicht will er sterben. Vielleicht will die ehemals beste Freundin gar nicht wieder so in Einklang mit dir kommen, weil ihr vielleicht zu verschieden seid, oder weil zu viel passiert ist, oder weil das Vertrauen weg ist. Vielleicht will ein Mensch, den du einfach nicht verlieren möchtest dich verlieren.
Wir sind so sehr auf uns selbst und das was wir wollen beschränkt, dass wir gar nicht merken, gegen welchen Wände wir eigentlich rennen. Wahrscheinlich machen wir es einem solchen Menschen nur noch schwerer, wenn wir permanent versuchen das zu retten, was wir nicht verlieren wollen. Wir sollten vielleicht mal versuchen den Anderen zu fragen, was er eigentlich will, ohne dass er gleich ein schlechtes Gewissen haben muss und ohne dass er sich auch nur im geringsten verstellen muss. Vielleicht sollten wir mal versuchen den Anderen nicht ständig zu belagern und mit den heikelsten Überredungskünsten auf irgendetwas dass wir wollen aufmerksam zu machen um ihn davon zu überzeugen.
Wir können so selbstgerecht sein und zerstören damit immer wieder viel zu viel.
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