Es kann einem richtig Angst machen, wenn man nur ein einziges Jahr zurückblickt und sieht, wie sehr man sich verändert hat. Vielleicht ist das völlig normal, dass man sich so schnell verändert und dass man plötzlich Dinge aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten kann. Man ist zwar immer noch man selbst geblieben und der Grundcharakter ist immer noch der gleiche, aber er hat sich im Laufe kürzester Zeit mehr und mehr ausgebildet. Die Feinheiten werden ständig überarbeitet und gefeilt.
Man erlebt Dinge und Zeiten, die einem vorher noch nicht in dieser Weise begegnet sind. Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen und seinen eigenen Weg hindurch finden.
Man lernt dazu.
Man lernt, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Man lernt, sich durchzusetzen, zu kämpfen auch wenn es beinahe aussichtslos scheint. Man lernt, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man bestimmte Menschen lange nicht besucht und sie nach ihrem Befinden gefragt hat. Man lernt, in manchen Menschen Dinge zu sehen, die nicht jeder sehen kann und sich daran zu freuen. Man lernt, mit Problemen umzugehen und sie zu bewältigen. Man lernt seine eigenen Grenzen kennen, sein eigenes Ich, die eigenen Gefühle, den eigenen Kopf. Man lernt, sich zu täuschen. Man lernt, sich Dingen zu beugen, weil sie einfach manchmal zu übermächtig sind und man ihnen keinen Widerstand leisten kann. Man lernt, das zu sagen, was man meint und daran festzuhalten. Man lernt, in Menschen hineinzusehen und zu versuchen ihre Worte und Taten zu deuten. Man lernt zu lieben. Man lernt auf die eigene innere Stimme zu hören, auch wenn der Kopf was anderes sagt. Man lernt stark zu bleiben, wenn man weiß, dass es nichts Gutes bringt Schwäche zu zeigen und man lernt sich seine Schwächen einzugestehen, wenn man nicht mehr stark sein kann. Man lernt, sich für Dinge zu interessieren, sie auszuprobieren und sie zu lieben, von denen alle anderen nichts wissen wollen. Man lernt zu hassen. Man lernt zu akzeptieren, dass man anders ist, als andere und lernt, sich damit wohl zu fühlen. Man lernt, über Spott und Geläster hinwegzusehen, weil man lernt selbstbewusst zu sein. Man lernt, sich für andere zu freuen, auch wenn man selbst nichts hat. Man lernt, anderen etwas zu geben und wenn es das letzte ist, was man tut. Man lernt trotz allem vorsichtig zu sein, welchen Menschen man was und wieviel davon gibt. Man lernt Vernunft zu zeigen. Man lernt zu vergeben. Man lernt dazu, bei jedem Schritt, den man macht. Lernt aus seinen Fehlern und aus den Entscheidungen, die die besten des Lebens waren. Man lernt Loyalität zu beweisen trotz der Enttäuschungen, die man erlitten hat. Man lernt zu sehen, was gut und was schlecht für einen ist und lernt zu verstehen, dass es doch manchmal kein Richtig und kein Falsch gibt. Man lernt, dass es manchmal nicht das wichtigste ist, zu wissen was man will, sondern dass es manchmal schon reicht, zu wissen was man nicht will. Man lernt, Worte anderer Menschen aufzunehmen, sich darüber Gedanken zu machen und zu entscheiden, ob sie klug oder eher unklug sind. Man lernt mit den schwierigsten Dingen, den verstricktesten Konflikten fertig zu werden.
Man lernt so viel. Man lernt nie aus. Und man verändert sich dadurch.
Ich schätze, das ist tatsächlich normal und irgendwann beginnt das Leben eben damit, uns zu testen, uns immer wieder eins reinzuwürgen und uns immer wieder Hoffnungen zu geben. Es lässt uns wieder aufstehen und uns ein Stück weiterlaufen, um uns dann wieder zu zerschmettern.
Text + Bilder = Wunderschön *__*
AntwortenLöschenDankesehr :)
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