(Holidays Part IV)
Was ist das schönste Symbol für die Liebe? Ein rotes Herz? Ein Kuss? Eine Hochzeit?
Keine Frage, das alles sind wunderschöne Dinge, die für die Liebe stehen. Aber was ist wirklich das überwältigenste Zeichen dafür, dass jemand Liebe in sich trägt?
Niemand würde sofort daran denken. Niemand. Erst wenn man darauf hingewiesen wird, begreift man, dass unsere Hände das ehrlichste, schönste und unübertrefflichste Zeichen der Liebe sind. Hände, die sich aneinander fest halten. Dabei ist es egal, ob wir uns nur an einem Finger halten oder die Hand fest mit der des Anderen verschränken. Eine Hand, die die andere hält zeigt Liebe. Und zwar jede erdenkliche Art von Liebe.
Als wir kleine Babys waren und eigentlich noch gar nicht richtig denken konnten, haben wir unsere kleinen Finger schon um Mama's und Papa's Daumen geschlossen und ihnen damit gezeigt, dass wir da sind und wie sehr wir sie brauchen.
Als wir in den Kindergarten kamen, haben wir uns bei Tänzen oder bei Spaziergängen an den Händen gefasst. Da bedeutete es vor allem Gemeinschaft und Sicherheit. Und wenn wir jemanden absolut nicht mochten, dann haben wir ihm auch unsere Hand verweigert. Aber wenn wir mit jemandem gut konnten, dann haben wir die Hand ausgestreckt und ihn mitgenommen an einen Ort, von dem wir dachten, dass nur wir ihn kennen.
Als wir dann zur Schule gingen, unsere Geburtstage allmählich immer mehr wahr nahmen und immer schneller wuchsen, hat man uns die Hand gereicht, um uns zu gratulieren, uns zu trösten, uns zu helfen oder uns zu Verbündeten zu machen.
Wir wurden immer älter und jetzt ist das Hände halten etwas, das für uns offiziell als 'vergeben' steht. Aber eigentlich ist es uns völlig egal, ob das nun Jemand sieht oder nicht, denn wenn er oder sie unsere Hand nimmt, dann durchläuft uns ein warmer Schauer und das Herz fängt an zu zappeln. Wir fühlen uns aufgehoben, verstanden, nicht mehr allein.
Bald wird man unsere Hand jedoch nicht mehr nur aus Verliebtheit halten. Man wird sie in Krankheit, Gesundheit, in guten wie in schlechten Tagen ganz fest umschließen und für uns da sein. Dann wird das Halten der Hand als Trost, Sorge, Zusammenhalt und Hoffnung gelten. Wir werden andere Hände halten, die uns vielleicht nicht spüren. Werden sie ein letztes mal umklammern. Und wenn wir eine Hand für immer loslassen müssen, dann wird der Mensch mit ihr gehen. Aber die Liebe wird bleiben. Wir werden unsere Kinder festhalten und unsere Mütter ebenso.
Irgendwann werden wir dann da liegen und selbst den Menschen, die wir lieben noch ein letztes Mal liebevoll die Hände drücken. Zum Abschied.
Und dann werden sie den Kreis wieder schließen, indem sie sich alle bei den Händen nehmen und füreinander da sind.
Eine Hand zu halten ist also nichts kaltes. Nichts, das man einfach so tun würde. Wer eine Hand hält, tut es aus Angst, Trauer, Sorge, Freude, Sehnsucht, Geborgenheit, Abschied.
Aber vor allem aus Liebe.


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