Diese Momente, wenn du einfach zusammenbrechen willst, weil
man auf dich einschlägt. Dieses Gefühl, wenn du einfach nur deinen Frieden
wieder haben willst, doch es nicht aufhört.
Du versuchst dich zu beugen wo es nur geht. Versuchst alles richtig zu machen,
um zu zeigen, dass du es kannst, weil du weißt, dass du gut bist. Alles klappt - niemand sieht es. Ein
klitzekleiner Fehler passiert - ein Vulkan bricht aus. Du verstehst es nicht.
Du verstehst es einfach nicht. Warum sind da Menschen, die auf dir herumhacken,
bis du blutest und schreist vor Schmerz? Wieso sind die anderen immer so
wahnsinnig uneinsichtig? Weshalb musst immer du den ersten Schritt machen?
Versöhnung? Entschuldigungen? Alles für nichts und auf ein Neues. Du bist
derjenige, der reden will, der den anderen erklären will, warum sich nichts
bessert. Doch die anderen wollen dir nicht zuhören. Du wirst als etwas
dargestellt, das du gar nicht bist. Und das schlimmste ist – du weißt, dass du
jemand ganz anderes bist. Das genaue Gegenteil von dem, was dir jedes Mal auf’s
Neue an den Kopf geworfen wird. Doch egal, wie laut du gegen den Schwall von
Schmerz schreist, du bist allein mit
deinen Worten und niemand nimmt dich in Schutz. Jedes Mal hörst du, wie es in
dir LÜGE! schreit, doch die Worte dringen in dich ein, fressen dich auf, bis du
am Ende anfängst, sie zu glauben.
Du weißt nicht einmal warum. Kannst keinen Sinn in all dem Chaos sehen. Du bist
bereit, deine Fehler einzusehen, doch die anderen sind es nicht. Du bist
bereit, Kompromisse zu finden, doch die anderen sind es nicht. Du hältst deinen
Mund und bist still, weil du weißt, dass es nichts bringt, sich bis auf’ s Messer
zu verteidigen, doch die andern tun es dir nicht gleich.
Du bist doch keine Puppe, die man herum schubsen kann, wie es einem gefällt.
Keine Puppe, mit der man machen kann, was man will. Dein Willen, deine Kraft,
dein Stolz – alles wird gebrochen von dem Wunsch, dass es aufhört. Du kehrst am
Abend verstört, geschändet und völlig Kraft - und Orientierungslos in dein
Bett. Dein Bett, dein scheinbar einziger Freund, der dir die Ruhe und den Frieden
gibt, den du dir wünschst. Und trotzdem stehst du jeden Morgen wieder auf, als
wäre nichts gewesen. Gehst deiner Arbeit nach, tankst Energie bei denen, die
dir ein Lächeln schenken. Du hegst Hoffnungen auf einen guten Tag, ohne diese
irreführenden, vernichtenden Kämpfe. Und doch wirst du irgendwann wieder von der
Lavaflut überwältigt.
Auf meine Aussage, dass es aber die Wahrheit sei, schüttelte
sie den Kopf und sagte nur: „Ja. Aber deine Wahrheiten sind immer so
vernichtend, Marie.“
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