Samstag, 7. Juli 2012

Allein und vergessen .

Wenn man über die Tage sein privates Leben in den Hintergrund stellt und einfach jemand anders ist, um die Sehnsucht nach dem Leben zu mindern und sich dann, wenn es sich wieder nähert, langsam das Türchen zu sich selbst wieder öffnet, geht man eigentlich davon aus, dass gleich Das hereinspaziert kommt, wegen dem man die Masken anziehen muss. Man freut sich darauf und erwartet es voller Sehnsucht, doch es kommt nicht. Das kleine und doch so wertvolle Stück, was zum lebendigen Leben, zum wahren Leben dazugehört kommt einfach nicht zu dem Türchen herein. Es klingelt nicht einmal. Man wartet und wartet, bis es unerträglich zu werden droht. Denn nur mit diesem Geschenk kann man das Leben ohne Sorge und ohne schlechte Laune genießen.
Man stellt fest, es geht eigentlich schon gar nicht mehr ohne das Geschenk. Man will es unbedingt haben, doch man bekommt es aus unbekannten Gründen nicht. Und dann stellt sich die Frage, was man da machen soll. Sollte man Beschwerde einreichen, weil das Geschenk, das man doch so dringend für sein Leben und die gute Laune darin braucht, nicht ankommt? Sollte man gar dem Geschenk selbst die Hölle heiß machen, weil es nicht da war, als man Zeit zum leben hatte? Oder sollte man es still hinnehmen und nichts tun? Sollte man sich darüber aufregen oder es mit Humor nehmen oder es ignorieren?
Sollte man sich einreden, dass man Glück hatte, dass das Geschenk einen schon in den letzten Wochen mehr als nötig besucht hatte und dass jetzt vermutlich auch mal die Anderen an der Reihe seien? Aber im Prinzip könnte man genauso gut sagen - Nein! Ich habe das Geschenk doch viel zu selten bei mir und ich kann davon nicht genug bekommen! Aber ist das dann wieder egoistisch? Muss man deswegen dann ein schlechtes Gewissen haben?
Bald ist die kurze Zeit wieder vorbei und es beginnen wieder die Tage, in denen man das private in den Hintergrund drängt. Und es geht wieder von vorne los.
Fest steht, es ist schade, wenn man extra seine Türen öffnet und dann kommt einen doch niemand besuchen. Niemand kommt näher. Niemand klingelt. Und man bleibt allein und das Türchen zum Leben schließt sich wieder, noch bevor es das eigentlich nötig hat.



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